Mittwoch, 27. September 2017

Muster Mittwoch 9/2017 – Insekten – ein 3D-Album


Insekten – das ist das Thema von Michaelas Muster Mittwoch in diesem Monat. Um ein bisschen Bewegung unter die Krabbeltiere zu bringen, wollte ich ein kleines Insektarium in 3D anfertigen. Schnell durchdacht und geplant, aber bis das Buch wirklich fertig war, hatte ich einiges zu tun. Hier in groben Zügen die Beschreibung:

Das Titelbild sollte ein Sunprint nach Rezepten von Ulrike und Michaela werden. Da meine uralten Seidenmalfarben nicht von Javana sind und laut Beschreibung unter Zugabe von Alkohol (Prost!) verwendet werden sollten, machte ich erst mal bei strahlendem Sonnenschein eine Test-Belichtung. Nachdem das erfolgreich verlaufen war, schnitt ich eine Maikäfer-Schablone aus dem Klarsichtdeckel einer alten Verpackung.

Mittlerweile versteckte sich die Sonne tagelang hinter dicken Wolken und die Temperaturen gingen in den Keller. Die Backofen-Methode musste ran. Ich hatte natürlich nicht damit gerechnet, dass sich die dünne Klarsichtschablone schon bei etwa 50° C verformte und danach nicht mehr zu gebrauchen war. Zum Glück war mein Käferlein zu dem Zeitpunkt aber schon schön braun gebrannt.

Ich wollte dem Motiv mit freier Maschinenstickerei ein kreatives Finish geben, aber solche sensiblen Stiche schafft meine Nähmaschine nicht. Also habe ich die Konturen des Maikäfers mit der Hand gestickt und dann den Stoff mit der Maschine ringsum auf Pappe genäht.

 
Für die Rückseite habe ich einen Stempel geschnitzt aus dem störrischen hellen Stempelgummi, das noch in meiner Kiste lag. Seit Michaelas Buch erschienen ist, bin ich schlauer und kaufe nur noch das hellblaue Gummi, denn das lässt sich schneiden wie Butter.

Leicht versetzt abgestempelt in schwarz und rot auf einem missglückten Cyanotypie-Lappen, der nur ein paar diffuse Baum-Fragmente trägt, gefällt mir das Ganze hervorragend.

Für die Innenseiten brauchte ich natürlich etliche Käfer, die alle ausgedruckt und unter Zuhilfenahme einer Lupe ausgeschnitten werden mussten. Ich setzte sie auf Rahmen und tapezierte die Seiten mit Baumrinden- und Holz-Papieren, nachdem ich die komplette Konstruktion erst mal ordentlich berechnet, vermessen und getestet hatte.

Und wie so oft … der Weg ist das Ziel - das Album ist fertig, kommt ins Regal und ich fingere schon wieder am nächsten Projekt herum. Aber das ist noch geheim!




Donnerstag, 21. September 2017

Michaelas "Bunte Bücher"

Jetzt ist es raus!! Das erste Buch von Michaela ist gerade im Haupt Verlag erschienen und ein ganz heißer Tipp.

Michaela stellt uns jeden Monat ein neues Thema zum Muster Mittwoch, einer Linkparty, an der sich viele Kreative über die Grenzen von Deutschland hinaus beteiligen. Michaela ruft auch zusammen mit Tabea in jedem Jahr 3 x zu Post Kunst Aktionen auf, an denen ich seit einem Jahr teilnehme. War ja klar, dass ich mir die „Bunte Bücher“-Werkstatt in ihrem Lieblingscafé par*lor zur Vorstellung des Buches nicht entgehen lassen konnte.

Zur Begrüßung gab es Bowle und Fingerfood. Schnell ein paar Fotos von der Wohnzimmer-Atmosphäre im Café, bevor 26 Frauen an den Tischen wuselten und werkten.

An drei Stationen wurden Stempel geschnitzt, Hefte gebunden und eifrig Muster mit Michaelas wunderschönen selbst gemachten Stempeln gedruckt. Alle hatten mächtig Spaß.




Ich war überrascht, wie gut sich das blaue Stempelgummi schnitzen lässt, denn bisher habe ich mich mit anderen Sorten in dunkelgrau, rot und hellbeige herumgequält. Solche kleinen Tipps können viel bewirken und Michaelas Buch ist voll davon.

Natürlich konnten wir das frisch gedruckte Buch – es roch noch deutlich nach Druckerfarbe – persönlich begutachten und mit Widmung von Michaela erwerben. Ein richtig umfangreiches Werk ist es geworden mit vielen Anleitungen und Kniffen zum Muster gestalten, Einbände drucken und Buchbinden. Kristina hat zwei Kapitel beigesteuert, ansonsten sind Text, Fotos, Illustrationen und Layout komplett von Michaela, die ja als Grafikerin Profi in solchen Dingen ist. Eine Menge Arbeit war es trotzdem – das kann ich als Mediengestalterin bestätigen.

In den nächsten Tagen und Wochen kann man bei einer Blogtour noch mehr zum Buch erfahren oder auch gleich den nächsten Workshop von ihr in der Papiermühle Bergisch Gladbach buchen.

Tschüs, ich geh jetzt stempeln
ela


Mittwoch, 13. September 2017

1/12tel Blick im September 2017

Ich bin Fußgänger und Radfahrer und schüttle manchmal verständnislos mit dem Kopf, wenn ich von oben auf die parkenden Autos vorm Haus hinunter sehe.



Kürzlich musste ich allerdings grinsen, denn da stand ein ungewöhnliches Etwas, das mich an einen Marienkäfer erinnerte. Offensichtlich fragte der Fahrer die Postbotin nach dem Weg, stieg dann behände von rechts in das Gefährt und schnurrte flott und geräuschlos von dannen. Nicht schlecht! Ich war beeindruckt!

Vor zwei Tagen wurde eine neue Haustüre eingebaut, denn die alte war ziemlich verzogen und schloss nicht mehr richtig. Jetzt zieht es unten nicht mehr so kalt rein und man ist vor ungebetenen Eindringlingen sicherer. Aber müssen Handwerker unbedingt schon früh um halb acht bohren und hämmern, dass man in der vierten Etage aus dem Bett fällt? Mein Bio-Rhytmus mag das nicht.

Irgendwas stimmt mit dem Ahornbaum nicht. Er hat ganz fiese braune Stellen an den Blättern. Herbstlaub ist das noch nicht. Scheint wohl einen Krankheit zu sein.


Montag, 11. September 2017

5-Minuten-Collage 9/2017

Die Tatsache, dass es mit riesigen Schritten Herbst wird, gefällt mir gar nicht, wohl aber die vortreffliche Farbwahl von Simones Linkparty. Braun mischt sich unter das noch vorhandene Grün, die Zeiten werden lausiger, die Bäume werfen allmählich ihre Blätter ab, die Tage werden kürzer und die Pullover dicker.


Eine Lupe und ein Kaleidoskop haben sich schnell noch mal zu der Eierkerze ins Grüne gelegt, während die beiden versteinerten Seeigel ihr Ruheplätzchen neben der russischen Birkenrindendose fanden.

Was soll man dazu noch sagen?

Mittwoch, 30. August 2017

Muster Mittwoch 8/2017 – Sonnendruck mit Alufolie und Cola

 
Das Wunder der Drucktechnik – nach dem Prinzip der Lithographie - es funktioniert tatsächlich. Und es fand in meiner Küche statt. Mit Cola und Alufolie. Yes!!
 
Ende 2016 erschien ein wunderschön gemachtes Buch für kleines Geld. Nachdem ich 2-3 mal im Internet darüber gestolpert war und es dann im Laden sah, hab ich es spontan gekauft. „In unsrer Küche wird gedruckt ist der Titel.

Meist dauert es eine Weile, bis ich tatsächlich zum Lesen komme, weil der Stapel Bücher neben meinem Bett hoch ist und ich manchmal schon nach 3 Sätzen mit den Augen klappere. Da dieses Buch jedoch mit wenig Text und vielen Bildern bestückt ist, nahm ich die Lektüre schon im Frühjahr in Angriff. Etwa auf der Hälfte tauchten erste Zweifel auf, ob die Sache so tatsächlich funktionieren kann. Komplizierte Techniken mit schwer zu beschaffendem Zubehör sind nix für mich, aber das hier war super einfach. Trotzdem: ob Öl und Wasser sich auf diese simple Art wirklich so haarscharf trennen lassen, dass ein Druck möglich ist … ich konnte es nicht ernsthaft glauben.
 
Dann kam der Sommer. Michaela gab uns 2 Monate Zeit, um zum Thema „Sonne“ Beiträge zum Muster Mittwoch zu posten. Okay, dachte ich, dann hab ich ja genug Zeit, mich mit der Technik aus dem Buch zu beschäftigen. Ha-ha. Ich und Zeit! Es ist Dienstag Nacht. Morgen ist der letzte Mittwoch, an dem ich meine Sonnen noch verlinken kann. Hier jetzt also auf den allerletzten Drücker und mit Volldampf meine „Forschungsergebnisse“:
 
Ich bespannte nach Anweisung aus dem Buch eine saubere Glasplatte mit frischer Alufolie von der Rolle. Oberstes Gebot ist, diese Folie penibelst von allem fern zu halten, was irgendwie nur ansatzweise fettig ist. Mit etwas Geschick und einem sauberen Blatt Küchenpapier gelang es mir, die Folie auf der Rückseite mit Kreppband zusammenzukleben. Die Sonne zeichnete ich mit Ölkreide und Seife auf die Vorderseite (1). Das fertige Werk soll danach 4 Sekunden lang mit Cola übergossen werden, um die Folie an den unbemalten Stellen zu ätzen. Dann wird sie unter fließendem Wasser abgespült (2).  Man sieht hier schon gut, dass links auf der Platte Schlieren sind, auf denen sich der Wasserfilm nicht hält. Nach dem Entfernen der Malerei mit Pflanzenöl zeigt sich das Druckbild (3). Auch hier habe ich links wieder die gleichen Schlieren, die ich mir wohl durch eine flüchtige Berührung mit meinen fettigen Händen auf die Platte gebracht hab. Das Buch empfiehlt erneutes Reinigen, aber das Ergebnis wurde nicht besser und der Farbauftrag mit Ölfarbe brachte nur ein matschiges Etwas zustande (4).
 
 
Also noch mal von vorne. Sonne malen (1), mit Cola ätzen (2), … halt!! Diesmal ging ich anders vor. Ich lies die Platte deutlich länger im Colabad, schaute mir voller Bewunderung die Perlen an, die das Erfrischungsgetränk auf die Malerei zauberte, und wischte auch anschließend  die Zeichnung nicht von der Druckplatte, um die Alufolie zu schonen. Jetzt sah der Druckstock schon viel besser aus, als ich die Ölfarbe mit der Rolle auftrug (3). Nach ein paar Test-Drucken – es ging so prima, ich konnte mich kaum bremsen – sah man wunderbar den Unterschied zwischen den Ölkreidelinien, die einen satten Farbauftrag ermöglichen, und Seife, die dagegen Halbtöne ähnlich einem 50%igen Rasterton erzeugt (4).
 
Ich war in Hochstimmung. Es hat funktioniert und es war wirklich ein kleines Wunder, zu sehen wie Wasser verhindert, dass die Platte Ölfarbe annimmt.
 
 
Es war Zeit, meine schwarzen Farbreste wieder in die Kiste zu befördern und endlich gelbe Ölfarbe zu kaufen.

Die nächste Sonnenmalerei ging leider wieder daneben (5 + 6). Ich hatte die frische Alufolie beim Aufspannen mit der Druckfläche auf den Tisch gelegt. Der war zwar sauber, aber nicht porentief rein. Eine winzige Fettspur war wohl schuld, dass die Platte ausgerechnet am Mund der Sonne verschmiert war. Also: Colaperlen bewundern und noch mal neu machen..
 


 
Die folgenden Bilder zeigen viele Mängel, an denen ich noch Verbesserungen vornehmen kann: weniger Ölfarbe auftragen und vorzeichnen mit der gleiche Farbe (Gelb) wie gedruckt werden soll, damit sich nicht wie hier schwarze Ränder abzeichnen. (Ich hatte meine Zeichnung ja wieder nicht von der Alufolie gewischt und so bröckelte das Schwarz der Ölkreide allmählich weg, das sich noch immer unter der gelben und roten Ölfarbschicht befand.) Die Anschaffung eines Fettstiftes (1,99 EUR) ist mittlerweile auch getan, damit meine Zeichnungen in Zukunft glatter, feiner und schöner werden..
 

 


 
Mehrfarbige Drucke sind möglich, wenn man ein paar Passmarken beim Druck anzeichnet. Alles kein Problem. Die Anleitungen für bunte Drucke mit mehreren Druckplatten probiere ich später mal aus. Am Ende des Tages ist immer so wenig Zeit übrig.
 
Die Technik hat mir riesigen Spaß gemacht und der Lernerfolg war gewaltig. Jetzt wo ich das alles beschreibe, würde ich mich am liebsten gleich wieder ransetzen, so lange, bis die Drucke meinen Ansprüchen genügen. Aber es fehlt gerade mal wieder an … siehe oben.
 
Ich hoffe, ihr konntet auch ohne Buch verstehen, wie die Drucktechnik in etwa vor sich geht. Wer es selber ausprobieren möchte, sollte sich allerdings „In unsrer Küche wird gedruckt“  zulegen, denn es wird trotz wenig Text sehr gut beschrieben, was wie und warum zu tun ist und … das Buch fühlt sich gut an und riecht so schön nach Papier  ;-)
 
Wer es schon ausprobiert hat, darf mir natürlich gerne von seinen Erfahrungen schreiben.
 
Bis bald und bleibt fleißig
ela
 
 

Dienstag, 22. August 2017

Burg Rheinstein – ein Album

Heute mal Romantik statt Grunge oder Feng Shui.


Zerknülltes Packpapier auf Kartonkörper mit Strukturpaste und Acrylfarben. Ein Druck von Burg Rheinstein, Vergolderwachs und Ausschmückungen. Zack … feddich … das Album für die Fotos meiner nächsten Rheinsteig-Wanderung!