Mittwoch, 18. März 2020

MittwochsMix im März – Tulpen / Schichten

Lieber Briefträger, die März Challenge von Susanne und Michaela heißt nicht „Tulpen schicken“ sondern „Tulpen / Schichten“. Ein kleiner aber feiner Unterschied, wenn auch beides Freude bringen soll.





Beim Thema „Zahlen / Tropfen“ vom Februar hatte ich wiedermal nicht pünktlich die Kurve gekriegt, aber dann ist mir kürzlich während meines Frühjahrs-Räum-Anfalls mein Sketchbook in die Hände gefallen und es stand fest: da muss was rein! 




Nach meiner Lieblingsmethode, erst Papierbogen zu bemalen und dann Formen daraus auszuschneiden, erarbeitete ich 3 Ebenen mit Tulpen, wovon ich zwei auf feinstes Transparentpapier klebte, damit zum Schluss alles übereinander eine Tiefenwirkung durch „Dunstvernebelung“ ergibt.




Auf der anderen Sketchbook-Seite versuchte ich, die Tulpen in der gleichen Anordnung, aber diesmal mit unterschiedlich dicken Klebepads auf wiederum 3 Ebenen übereinander zu schichten. Zwecks Stabilität stellte ich meine ausgeschnittenen Farbpapier-Einzelteile erst einmal auf festerem Karton zu Tulpen zusammen und baute daraus die Schichten auf.




Welche Version mir nun besser gefällt, kann ich gar nicht sagen.









Mittwoch, 11. März 2020

September 2018: das Scrapbook ist endlich fertig

Gleich mit den ersten Sonnenstrahlen des Februars geschah es: ich wurde vom Frühjahrsputz-Virus ergriffen. Schon lange war überfällig, meine Ecken auszumisten und Berge von Bastelleichen umzuschichten, um verborgene Schätze zu heben. 



Was haben wir denn hier? Beim OstseeScrap in Boltenhagen 2018 gab es u.a. einen Workshop für ein Minialbum mit Schüttelfenster, das tatsächlich nun seit 1,5 Jahren auf seine Fertigstellung wartete. Wir sollten damals laut Materialliste ca. 20 kleine Fotos zum Thema Herbst, Natur, Wald mitbringen. Allerdings ging die eingeplante Zeit dann komplett für die grobe Herstellung des Albums drauf, so dass ans Einkleben der Bilder gar nicht zu denken war. Im Materialpaket erhielten wir vorgestanzte Buchstaben aus Kork, Stempel mit Wildlife-Motiven, passende Puffy-Stickers und muffig braun-schwarzes Papier im gleichen Design, reichlich aufdringlich, das mir selbst dann Schwierigkeiten gemacht hätte, wenn ich die richtigen Fotos im Gepäck gehabt hätte. Bei etlichen meiner früheren Scrapbooking-Workshops war es kniffelig, mich auf den Geschmack der jeweiligen Veranstalterin einzulassen, aber dieses Designpapier war die „Krönung“! 






Mit genug zeitlichem Abstand habe ich jetzt einen Kompromiss gefunden: ich habe Wildlife Wildlife sein lassen, mein Album mit Fotos vom Boltenhagen-Aufenthalt (Meeresblick, Steilküste und Hafenszenen !!) beklebt und trotzdem das fiese Papier mit Braunbär-, Hirsch- und Campingzelt-Motiven benutzt, gehört es doch schlichtweg irgendwie dazu und bringt eine Extraportion Erinnerungswert mit sich. Ich finde mein Album durchaus vorzeigenswert. Die Texte fehlen noch, aber das wird nun auch keine 1,5 Jahre mehr dauern.







Freitag, 14. Februar 2020

Wenn die Kopie ihren eigenen Weg geht (mit Rezept!)

Es begann auf dem Stempelmekka in Hagen. Ein Händler aus Holland bot einen kleinen, kostenlosen Karten-Workshop an. Ich war total begeistert von den Modellen und setzte mich zu den anderen Teilnehmerinnen an den Tisch. Im Schnellverfahren wurde uns die Vorgehensweise erklärt und schwupp-di-wupp war meine Karte fertig. Leider hat mein Produkt aber nicht halb so viel Stil wie das Vorbild. Es fehlt deutlich an Tiefe, Struktur und Patina. Nun gut, für Geschenke sollte man dankbar sein und den Platz dann zügig der nächsten Wartenden freimachen. Wahrscheinlich hätte ich im Anschluss die gesamte Produktpalette zur Anfertigung dieser Karten kaufen sollen, was ja auch irgendwie der Sinn solcher Workshops ist, aber Frau hat die Regale gerammelt voll und kann nicht mehr ständig Neues dazustellen.

Originale vom Messestand der Holländer

Meine Karte aus dem kleinen Workshop



Zu Hause angekommen lies mir das unperfekte Ergebnis keine Ruhe. Ich suchte Papier, Prägefolder, Stempel, Farben und Vergolderwachs zusammen und versuchte erneut, die wunderschönen Karten von der Messe nachzubauen. Aber …! Schnell merkte ich, dass die Sache wieder nicht hinhaut. Ich hatte Kisten voller Farben und Stempel, jedoch nichts, was auch nur ansatzweise passend war für das, was ich wollte. Statt einer Anmutung von Rost und Alteisen entstanden Karten in Ostereierfarben und Gypsy-Look. Mit anderen Materialien, mit Rostpulver, Patina, Schellack und Tuschen könnte ich eher in die richtige Richtung kommen, nicht aber auf die Art, die mir am Stand der holländischen Firma gezeigt wurde. Mist!






Hier ist das Rezept:

  • Ein heller Karton in Postkartengröße wird geprägt und mit weißem Gesso grundiert. Kurz trocknen lassen, dann lässig an 2 – 3 Stellen mit Schriften, Zahlen, Mustern oder Strukturen in schwarz, braun oder grau bestempeln.
  • Darüber aus ca. 7 cm Abstand 2 – 3 Farben Distress Oxide Spray sprühen (z.B. Ranger iced spruce) und trocknen lassen. Wasserspritzer aufbringen, damit Flecke entstehen, trocknen lassen.
  • Metallique Wax (Prima Art Alchemy / Wachs) in Vintage Gold oder Kupfer vorsichtig mit dem Finger auf den erhabenen Stellen der Prägung aufbringen. Das gibt einen schönen Schimmer und bringt die Tiefe der Struktur heraus.
  • Auf ein separates Papier mehrmals ein Motiv stempeln und ausschneiden. Versetzt auf die Karte kleben, dabei ein Teil mit 3D-Pads anbringen, so das Tiefenwirkung entsteht.
  • Schwarze Tropfen über die Karte spritzen.
  • Zuletzt kleine Texte mit 3D-Pads auf die Karte setzen. Feddich!

Ich wünsche euch gutes Gelingen. Wenn es nicht so aussieht wie die Vorbild-Karten, dann seid ihr entweder euren eigenen Ideen gefolgt oder es geht euch wie mir: Die Schränke sind voll, aber das Richtige ist nicht dabei.


Freitag, 31. Januar 2020

Ausflugstipp: Gutenberg-Museum Mainz

Um dem öden Januar etwas Schönes abzugewinnen, war ich vor kurzem im Gutenberg-Museum. Die Ausstellung ist nicht nur äußerst interessant und exquisit, sondern auch sehr umfangreich. Fast 5 Stunden habe ich damit verbracht, die Exponate mit Muße zu studieren. Alte Druckmaschinen, Lithosteine, Farben und Papiere, uralte Bücher und Dokumente, Buchbindetechniken, Handschriften aus unzähligen Zeitaltern und Kulturkreisen, Vorführungen, Filmchen … ich hätte so vieles gerne mit der Kamera festgehalten, aber – wie blöd – fotografieren ist verboten und an jeder Ecke sitzt ein Aufpasser, damit auch ja niemand sich erdreistet … Ich würde ja noch verstehen, wenn man kein Blitzlicht benutzen darf oder wenn es im Museumsshop ein reiches Angebot an Postkarten geben würde, die man durch ein Fotografier-Verbot hofft, besser verkaufen zu können. Leider ist die Auswahl an museumseigener Lektüre aber bescheiden. Auch die umfangreichen Infoblätter zur Erweiterung und Vertiefung des Wissens, die eingeschweißt in Folien an vielen Stellen in der Ausstellung zum Nachlesen bereitliegen, sind als Zusammenstellung nicht erhältlich. Einzelne knappe Themenblätter an der Kasse sind wohl eher als Souvenir für Schulkinder gedacht. 


Die seltensten und teuersten Bücher (z.B. Gutenberg Bibeln) liegen in einem Tresorraum. Beim Anblick der alten Schriften auf handgeschöpftem Papier ergreift mich Ehrfurcht und ein Gefühl von Habenwollen und so werde ich dann wohl zum Johannisfest-Büchermarkt im Juni wieder auf die Suche gehen nach solcherlei uralten Preziosen.



Witzig ist eine Fahrt mit dem alten Aufzug, bei der ich dachte, eine Zeitreise in die 60er/70er Jahre zu machen. Hoffentlich kommt so schnell niemand auf die Idee, die vom Transport schwerer Lasten verkratzten Seitenwände zu übertünchen. Das blecherne, nostalgische Fahrzeug ist toll, so wie es ist! Ich liebe diese architektonischen Relikte im Originalzustand. Viel zu schnell wird etwas abgerissen, weil TÜV und Modernisierungsdrang den Verstand vernebeln.

Toll und in seiner Zeit stehengeblieben ist auch der Eintrittspreis von 3 EUR. Vor vielen Jahren war das der übliche Standardpreis in allen Museen, bis irgendwann epidemieartig Preise von 8 – 15 EUR verlangt wurden, was wohl nur mit gestrichener Förderung seitens Kulturministerium zu erklären ist. 



Der aktuellen Sonderausstellung zum Thema Bauhaus konnte ich nicht viel abgewinnen, macht aber nix, denn ich war ohnehin nach meinem Rundgang durch die 4 Etagen der ständigen Sammlung schon platt. 

Mainz ist von Koblenz aus nur eine Intercity-Station entfernt. Das Gutenberg-Museum liegt im Zentrum der Altstadt. Zwecks Studium der zahlreichen, weiterführenden Textmappen werde ich sicher dies Jahr noch einmal zum Museum fahren. Wenn dann die Füße wieder platt sind, nehme ich mir einen der Klapphocker, die zur Selbstbedienung überall deponiert sind. Die Sammlung ist allemal hervorragend und mehrere Besuche wert.


Bleibt zu Hoffen, dass mit der Überarbeitung der Homepage auch das Workshop-Programm des Druckladens so frühzeitig aktualisiert wird, dass man nicht schon die ersten Angebote verpasst, bevor man davon erfährt. Diesmal hat es besser funktioniert als bisher. Vielleicht, weil ich gemeckert habe? Jedenfalls ist meine Anmeldung für September schon raus. Jippieee!!

Zum Schluss noch ein dickes DANKESCHÖN an die vielen Ehrenamtlichen, die helfen, den Museumsbetrieb möglichst kostengünstig aufrecht zu erhalten und zusätzlich Gelder für notwendige Investitionen erwirtschaften. Bravo! Weitermachen!


Mittwoch, 22. Januar 2020

MittwochsMIX 1/2020 WEISS und LINIE - Mein Buch zum Buch!

95% meiner kreativen möchte-ich-gerne-machen-Ideen notiere ich auf Zettelchen, die unter Bergen von angefangenen Projekten verschwinden und Wochen später schon vergessen sind. Das Wenigste davon wird irgendwann realisiert, sonst müsste ich Personal einstellen. Nur ein kleiner Prozentsatz schafft es sofort in die Umsetzungsphase und solch ein Album ist gerade fertig geworden. 

Antrieb war einerseits das nahende Ende der Ausleihfrist von Paul Jacksons Buch „Schneiden und Falten“ (Achtung: Werbung für Stadtbüchereien!), das mir überaus gefallen hat. Selten ist ein Buch so aufgeräumt, übersichtlich strukturiert und gleichzeitig ästhetisch und künstlerisch. Mit hervorragenden Fotos macht er aus den einfachsten Übungen Papierkunst. Dem wollte ich nacheifern - studieren, kopieren und archivieren.



Außerdem will ich beim ersten Muster … nein: MittwochsMIX dabei sein. Susanne und Michaela haben ihre langjährigen Aktionen „Papierliebe am Montag“ und „Mustermittwoch“ zusammengelegt. An den neuen Namen werde ich mich sicher schnell gewöhnen. Das erste Thema fängt quasi bei Null an und heißt WEISS/LINIE. Na, dazu fällt doch sicher jedem etwas ein, oder?






Die einfachste Form der Linie ist eine Gerade. Waagerecht wirkt sie passiv, ausgeglichen und schwer, senkrecht dagegen aktiv und leicht. Eine diagonale Gerade, die von links unten nach rechts oben verläuft, wirkt auf uns positiv, läuft sie von links oben nach rechts unten wirkt sie negativ/depressiv. Das liegt an unseren Sehgewohnheiten und der Leserichtung. 






Mehrere gerade Linien in Kombination können Räumlichkeit vermitteln. Sie können sich aber auch zu Kurven krümmen und Umrissformen oder Strukturen und Schraffuren bilden. 



Licht von rechts - Licht von links



Ich habe jedem der 12 Kapitel aus dem Buch von Paul Jackson eine Doppelseite in meinem Album gewidmet. Die Themen sind:

  • Drehen
  • Weben
  • Schichten
  • Quilling
  • Reißen
  • Biegen
  • 3D-Schnitt
  • Knittern
  • Falten
  • Aufgeschnittene Falten
  • Pricken
  • Transparenz




Nein, ich kann das fertige Album nun nicht zwischen meine anderen ins Regal schieben, denn dann hab ich Platt-Bogen und Quetsch-Quilling. Der Wellpappen-Netz-Umschlag ist ein leichter Dämmschutz, wenn ich das Werk oben auf der Reihe der fertigen Alben deponiere. 

Mit dem Fotografieren lief es bei Paul Jackson im Studio sicher besser als hier bei Januar-Grau, aber es ist wie es ist. 






Donnerstag, 16. Januar 2020

Hurra, hurra, hurra!! Frau Rogmanns zweites Buch ist da!

Vor etwa zwei Jahren zeigte ich hier Bilder aus Kalendern, die Frau Rogmann alljährlich als Weihnachtsgeschenk für Bekannte und Verwandte malt. Im letzten Jahr erschien dann ihr erstes Buch und zum gerade vergangenen Weihnachtsfest lieferte die Druckerei Buch 2 ins Haus.

Das neue Buch ist mit 92 Seiten fast doppelt so dick wie Ausgabe 1. Ich habe etliche Nächte vor dem Computer verbracht, um es rechtzeitig vor dem Fest druckreif zu machen. Glücklicherweise konnte ich auf bewährte Software und Erfahrungen zurückgreifen, was den Herstellungsprozess erheblich vereinfachte.


Der Aufwand hat sich gelohnt. Der Zufriedenheitspegel hat die 98%-Marke erreicht (ich habe immer was zu meckern) und die Bahn ist frei für die Vorarbeiten zu Band Nummer 3. - Erfolg macht süchtig!

Auch diesmal gibt es die Geschichte um den Hund Lundi und seine Freunde nicht frei zu kaufen, aber ein paar Bilder darf ich hier zeigen.



Der Rabe Korbinian hat einen kostbaren Edelstein gestohlen. Auf der Suche nach ihm kommt die unerschrockene Reisegruppe, bestehend aus Prinzessin, Hunden und einer bedenklich großen Anzahl von Mäusen durch Griechenland, Afrika, Amerika, Indien, Ägypten und China. Sie begegnen sprechenden Urwaldtieren und bestaunen Weltwunder. Sie kennen keine Sprachbarrieren und werden überall freundlich aufgenommen. In ihrem fliegenden Schirm durchqueren sie nicht nur exotische Kontinente sondern auch Frau Rogmanns reiche Phantasie, die eng verbunden ist mit ihrer Liebe zur Märchenwelt.

Weiter so, Frau Rogmann! Ich warte auf Nachschub!