Freitag, 31. Januar 2020

Ausflugstipp: Gutenberg-Museum Mainz

Um dem öden Januar etwas Schönes abzugewinnen, war ich vor kurzem im Gutenberg-Museum. Die Ausstellung ist nicht nur äußerst interessant und exquisit, sondern auch sehr umfangreich. Fast 5 Stunden habe ich damit verbracht, die Exponate mit Muße zu studieren. Alte Druckmaschinen, Lithosteine, Farben und Papiere, uralte Bücher und Dokumente, Buchbindetechniken, Handschriften aus unzähligen Zeitaltern und Kulturkreisen, Vorführungen, Filmchen … ich hätte so vieles gerne mit der Kamera festgehalten, aber – wie blöd – fotografieren ist verboten und an jeder Ecke sitzt ein Aufpasser, damit auch ja niemand sich erdreistet … Ich würde ja noch verstehen, wenn man kein Blitzlicht benutzen darf oder wenn es im Museumsshop ein reiches Angebot an Postkarten geben würde, die man durch ein Fotografier-Verbot hofft, besser verkaufen zu können. Leider ist die Auswahl an museumseigener Lektüre aber bescheiden. Auch die umfangreichen Infoblätter zur Erweiterung und Vertiefung des Wissens, die eingeschweißt in Folien an vielen Stellen in der Ausstellung zum Nachlesen bereitliegen, sind als Zusammenstellung nicht erhältlich. Einzelne knappe Themenblätter an der Kasse sind wohl eher als Souvenir für Schulkinder gedacht. 


Die seltensten und teuersten Bücher (z.B. Gutenberg Bibeln) liegen in einem Tresorraum. Beim Anblick der alten Schriften auf handgeschöpftem Papier ergreift mich Ehrfurcht und ein Gefühl von Habenwollen und so werde ich dann wohl zum Johannisfest-Büchermarkt im Juni wieder auf die Suche gehen nach solcherlei uralten Preziosen.



Witzig ist eine Fahrt mit dem alten Aufzug, bei der ich dachte, eine Zeitreise in die 60er/70er Jahre zu machen. Hoffentlich kommt so schnell niemand auf die Idee, die vom Transport schwerer Lasten verkratzten Seitenwände zu übertünchen. Das blecherne, nostalgische Fahrzeug ist toll, so wie es ist! Ich liebe diese architektonischen Relikte im Originalzustand. Viel zu schnell wird etwas abgerissen, weil TÜV und Modernisierungsdrang den Verstand vernebeln.

Toll und in seiner Zeit stehengeblieben ist auch der Eintrittspreis von 3 EUR. Vor vielen Jahren war das der übliche Standardpreis in allen Museen, bis irgendwann epidemieartig Preise von 8 – 15 EUR verlangt wurden, was wohl nur mit gestrichener Förderung seitens Kulturministerium zu erklären ist. 



Der aktuellen Sonderausstellung zum Thema Bauhaus konnte ich nicht viel abgewinnen, macht aber nix, denn ich war ohnehin nach meinem Rundgang durch die 4 Etagen der ständigen Sammlung schon platt. 

Mainz ist von Koblenz aus nur eine Intercity-Station entfernt. Das Gutenberg-Museum liegt im Zentrum der Altstadt. Zwecks Studium der zahlreichen, weiterführenden Textmappen werde ich sicher dies Jahr noch einmal zum Museum fahren. Wenn dann die Füße wieder platt sind, nehme ich mir einen der Klapphocker, die zur Selbstbedienung überall deponiert sind. Die Sammlung ist allemal hervorragend und mehrere Besuche wert.


Bleibt zu Hoffen, dass mit der Überarbeitung der Homepage auch das Workshop-Programm des Druckladens so frühzeitig aktualisiert wird, dass man nicht schon die ersten Angebote verpasst, bevor man davon erfährt. Diesmal hat es besser funktioniert als bisher. Vielleicht, weil ich gemeckert habe? Jedenfalls ist meine Anmeldung für September schon raus. Jippieee!!

Zum Schluss noch ein dickes DANKESCHÖN an die vielen Ehrenamtlichen, die helfen, den Museumsbetrieb möglichst kostengünstig aufrecht zu erhalten und zusätzlich Gelder für notwendige Investitionen erwirtschaften. Bravo! Weitermachen!


Mittwoch, 22. Januar 2020

MittwochsMIX 1/2020 WEISS und LINIE - Mein Buch zum Buch!

95% meiner kreativen möchte-ich-gerne-machen-Ideen notiere ich auf Zettelchen, die unter Bergen von angefangenen Projekten verschwinden und Wochen später schon vergessen sind. Das Wenigste davon wird irgendwann realisiert, sonst müsste ich Personal einstellen. Nur ein kleiner Prozentsatz schafft es sofort in die Umsetzungsphase und solch ein Album ist gerade fertig geworden. 

Antrieb war einerseits das nahende Ende der Ausleihfrist von Paul Jacksons Buch „Schneiden und Falten“ (Achtung: Werbung für Stadtbüchereien!), das mir überaus gefallen hat. Selten ist ein Buch so aufgeräumt, übersichtlich strukturiert und gleichzeitig ästhetisch und künstlerisch. Mit hervorragenden Fotos macht er aus den einfachsten Übungen Papierkunst. Dem wollte ich nacheifern - studieren, kopieren und archivieren.



Außerdem will ich beim ersten Muster … nein: MittwochsMIX dabei sein. Susanne und Michaela haben ihre langjährigen Aktionen „Papierliebe am Montag“ und „Mustermittwoch“ zusammengelegt. An den neuen Namen werde ich mich sicher schnell gewöhnen. Das erste Thema fängt quasi bei Null an und heißt WEISS/LINIE. Na, dazu fällt doch sicher jedem etwas ein, oder?






Die einfachste Form der Linie ist eine Gerade. Waagerecht wirkt sie passiv, ausgeglichen und schwer, senkrecht dagegen aktiv und leicht. Eine diagonale Gerade, die von links unten nach rechts oben verläuft, wirkt auf uns positiv, läuft sie von links oben nach rechts unten wirkt sie negativ/depressiv. Das liegt an unseren Sehgewohnheiten und der Leserichtung. 






Mehrere gerade Linien in Kombination können Räumlichkeit vermitteln. Sie können sich aber auch zu Kurven krümmen und Umrissformen oder Strukturen und Schraffuren bilden. 



Licht von rechts - Licht von links



Ich habe jedem der 12 Kapitel aus dem Buch von Paul Jackson eine Doppelseite in meinem Album gewidmet. Die Themen sind:

  • Drehen
  • Weben
  • Schichten
  • Quilling
  • Reißen
  • Biegen
  • 3D-Schnitt
  • Knittern
  • Falten
  • Aufgeschnittene Falten
  • Pricken
  • Transparenz




Nein, ich kann das fertige Album nun nicht zwischen meine anderen ins Regal schieben, denn dann hab ich Platt-Bogen und Quetsch-Quilling. Der Wellpappen-Netz-Umschlag ist ein leichter Dämmschutz, wenn ich das Werk oben auf der Reihe der fertigen Alben deponiere. 

Mit dem Fotografieren lief es bei Paul Jackson im Studio sicher besser als hier bei Januar-Grau, aber es ist wie es ist. 






Donnerstag, 16. Januar 2020

Hurra, hurra, hurra!! Frau Rogmanns zweites Buch ist da!

Vor etwa zwei Jahren zeigte ich hier Bilder aus Kalendern, die Frau Rogmann alljährlich als Weihnachtsgeschenk für Bekannte und Verwandte malt. Im letzten Jahr erschien dann ihr erstes Buch und zum gerade vergangenen Weihnachtsfest lieferte die Druckerei Buch 2 ins Haus.

Das neue Buch ist mit 92 Seiten fast doppelt so dick wie Ausgabe 1. Ich habe etliche Nächte vor dem Computer verbracht, um es rechtzeitig vor dem Fest druckreif zu machen. Glücklicherweise konnte ich auf bewährte Software und Erfahrungen zurückgreifen, was den Herstellungsprozess erheblich vereinfachte.


Der Aufwand hat sich gelohnt. Der Zufriedenheitspegel hat die 98%-Marke erreicht (ich habe immer was zu meckern) und die Bahn ist frei für die Vorarbeiten zu Band Nummer 3. - Erfolg macht süchtig!

Auch diesmal gibt es die Geschichte um den Hund Lundi und seine Freunde nicht frei zu kaufen, aber ein paar Bilder darf ich hier zeigen.



Der Rabe Korbinian hat einen kostbaren Edelstein gestohlen. Auf der Suche nach ihm kommt die unerschrockene Reisegruppe, bestehend aus Prinzessin, Hunden und einer bedenklich großen Anzahl von Mäusen durch Griechenland, Afrika, Amerika, Indien, Ägypten und China. Sie begegnen sprechenden Urwaldtieren und bestaunen Weltwunder. Sie kennen keine Sprachbarrieren und werden überall freundlich aufgenommen. In ihrem fliegenden Schirm durchqueren sie nicht nur exotische Kontinente sondern auch Frau Rogmanns reiche Phantasie, die eng verbunden ist mit ihrer Liebe zur Märchenwelt.

Weiter so, Frau Rogmann! Ich warte auf Nachschub!