Wie es begann

Ich kann nichts dafür: es liegt in meinen Genen. Als Kind sammelte ich Prospekte, wenn ich mit meiner Mutter einkaufen ging.  Zu Hause wurden die Bildchen ausgeschnitten und Rahmen aus Strohhalmen dafür gebastelt.

Später habe ich dann stapelweise Puppenkleider, Topflappen, Schals und über 60 Pullover selbst gestrickt, zahlreiche Kleider, Röcke, Blusen, Jacken und Hosen genäht. Als das nichts Besonderes mehr war, fing ich an, Wolle mit Pflanzenfarben zu färben, lernte Klöppeln, machte Seidenmalerei und Bauernmalerei – die ganze Palette der Hobbytrends aus den 70er/80er Jahren – Töpfern, Patchwork, Porzellanpuppen bemalen und Teddybären nähen. Meine Tiffany-Bilder hängen heute noch an den Fenstern und die Hinterglasmalerei an den Wänden.

Bären machen und Porzellanpuppen mit handbemalten, gebrannten Köpfen und selbst geschneiderter Kleidung

Makramee-Eule, ca. 7 cm hoch













Ich machte eine Ausbildung zur Schaufenstergestalterin, dann später zur Druckvorlagenherstellerin und Weiterbildung zur Mediengestalterin. Meine kleine Drechselwerkstatt musste ich leider aufgeben, als das alte Haus verkauft wurde. Aber ihr seid ja hier wegen dem Papiergemetzel, deshalb erzähle ich lieber, wie es damit begann.
 
Mit Aufkommen der ersten mir bekannten Bastelmessen (das muss so circa 1980 gewesen sein) brachte ich eine Fülle von Ideen mit nach Hause. Ich versuchte, einiges aus der Erinnerung nachzubasteln, war aber nie richtig zufrieden mit den Ergebnissen.


Mit meiner ersten kleinen Digitalkamera machte ich Fotos von Projekten, die mir gefielen. Nicht jeder Standbetreiber fand das gut. Ich probierte, die Objekte meiner Begierde zu zeichnen oder zu beschreiben, aber die Erinnerung verschwand, bevor ich das Material zusammen hatte und loslegen konnte. Das Internet gab es damals noch nicht und große Geldausgaben für so etwas „Unbedeutendes“ wie Papier lösten in mir ein Gefühl von Grenzüberschreitung aus. Der Reiz war da, aber der Geiz (damals noch Sparsamkeit genannt) zu groß.

Es zog sich hin, bis mir eines Tages auf der KreativWelt ein Katalog von HeinDesign in die Hände fiel. Darin lag ein Faltblatt mit Workshop-Terminen, die für kleines Geld eine Menge schöner Ergebnisse versprachen und vom Niveau deutlich über „Kindergarten“ lagen. Ich meldete mich gleich für das komplette Wochenende an und fuhr nach Hagen. Der Erfolg und der Spaß waren riesig und die Hemmschwelle damit überschritten. Ich buchte einen Workshop nach dem anderen und war nicht mehr zu bremsen. Crop am Rhein, SUmmerCamp, barb@home und ... und ... und. Mit dem Nachtzug mal kurz nach München zum Workshop bei Scrappies oder über die Grenze nach Holland. Immer auf der Spur nach neuen Techniken und Materialien und lieber Matschi-Patschi als braves Zusammenkleben von Halbfertig-Produkten.
   
Natürlich lerne ich auch aus Online-Filmen, aber es ist weitaus geselliger, effektiver und bequemer, wenn das benötigte Material bereitgestellt wird und man sich in fröhlicher Runde gegenseitig inspiriert. So wird es auch in nächster Zeit immer wieder Techniken geben, die meine Neugier wecken, und ich werde zu Workshops, Messen und Veranstaltungen fahren und davon berichten. Bleibt zu hoffen, dass der Stapel von angefangenen Projekten und Zettelchen mit Ideen nicht noch höher wird, als er jetzt schon ist.

Kusudama, Lilleklip, mathematisches Papierfalten, Polyeder, Tetraeder und auch ein bisschen Origami


Orimoto aus einem alten Buch nach Anleitung aus dem Internet

großes Fotoalbum, ca. 1989 nach Lektüre eines Fachbuchs zu Hause zwischen zwei Stuhlbeinen gebunden
Mixed Media Seite - Acylfarbe, Strukturpaste, Fisch-Stempel von HeinDesign und LaBlanche


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