Dienstag, 13. August 2019

Ein Heft für die Sommerpost-Kunst 2019

3 x im Jahr melde ich mich an zu den Post-Kunst-Aktionen von Tabea und Michaela. Es werden dort Teilnehmer-Gruppen zusammengestellt, die sich untereinander in einem festgelegten Zeitrahmen mit vorher verabredeten Papiergeschenken verwöhnen.

Diesmal galt es, ein einlagiges Heft zum Thema „Vögel“ im Format DIN A5 mit 20 Seiten und einem Umschlag anzufertigen, wobei trotz durchgehender Gestaltung dem Beschenkten genug Freiraum für eigene Eintragungen bleiben soll. Am Ende der Post-Tausch-Runde besitzt jede Teilnehmerin 7 Hefte, die sie in ihr Fauxdori oder Travellers Notebook einhängen kann. Diese Buchhülle mit eingearbeiteten Gummibändern stellt man sich selber her (oder kauft sich eine für viel Geld). Meine Mappe ist im Kopf schon fertig, mit der Umsetzung habe ich jedoch noch nicht einmal angefangen. Egal - mein Beitrag für die Gruppenmitglieder ist verschickt und hoffentlich auch wohlbehalten angekommen. Nun kann ich mich auf weitere Hefte von Mitstreiterinnen freuen, die nach mir auf der „Lieferliste“ stehen.

Ich habe diesmal auf meinen Fundus von meist sehr stabilen Kleisterpapieren in grau-pink zurückgegriffen, deren Herstellung ich euch schon gezeigt hatte. Ein paar dünnere Exemplare des Kleisterwerks habe ich doppelseitig mit Seidenpapier kaschiert. Das knistert interessant und fühlt sich gut an.


Auch bei der Motivgestaltung habe ich auf eine Technik zurückgegriffen, mit der ich erste Erfahrungen schon gesammelt habe und die sich hervorragend bewährt hat: erst Papiere bemalen, dann die benötigten Teile ausschneiden und zusammensetzen.


Das Erscheinungsbild vom Cover war schnell gescribbelt. Ein winziges Dummy half beim Abzählen der nötigen Motive und beim Layouten der Seiten. Mein Comic-Stil lässt sich auch diesmal nicht leugnen. Jeder Vogel guckt anders.



Die Innenseiten beflügeln die Empfänger meiner Hefte hoffentlich zu reichlich eigenen Notizen. Viel Spaß mit meinem Beitrag zur Sommer-Post-Kunst. 



Und drückt mir die Daumen, dass ich es schaffe, euch zum Ende der Aktion meine fertige  Lederkladde zeigen zu können.




Dienstag, 30. Juli 2019

Mitmachaktionen bei Heindesign

Alljährlich veranstaltet die Firma Heindesign verschiedene Mitmachaktionen und winkt zur Belohnung z.B. mit Einkaufsgutscheinen, Eintrittskarten fürs Stempel-Mekka in Hagen oder mit limitierten Sonderstempeln. Ich beteilige mich mittlerweile regelmäßig und habe auch schon ein paar nette Gewinne eingestrichen.

Zum Zitat „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ aus dem Buch „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry sollte diesmal eine Postkarte angefertigt werden. Alle Teilnehmer erhalten zum Dank dafür einen eigens für dieses Projekt gestalteten Stempel. Im Anschluss werden die eingesandten Karten beim Fabrikfest der Firma ausgestellt. 

Meist fertige ich für solche Aktionen gleich 2 – 3 Postkarten im selben Stil an. Das mildert den Trennungsschmerz, denn man erhält seine Einsendung nicht zurück. So sieht mein Beitrag in diesem Jahr aus:


Ich bin mal wieder erst auf den letzten Drücker fertig geworden. Der Einsendeschluss ist gerade vorbei, aber eine andere Aktion läuft noch bis zum 31. Juli 2019. Wer schnell ist, kann zum Thema „Street Art“ draußen auf der Straße ein paar hübsche Stempelabdrücke hinterlassen, dann Fotos davon einsenden und auf einen fetten Gewinn hoffen.

Viel Glück!!


Montag, 22. Juli 2019

Japanisch gebundene Bücher - eindeutig nachgemacht!

Eigentlich wollte ich zu diesem Beitrag einen langen Bericht schreiben. Ich wollte von meinem Besuch bei Michaelas „Muster-Mittwoch live“ im Februar berichten, auf den ich mich gut vorbereitet hatte, aber dann kam alles anders. Ich wollte euch von meinen selbst entworfenen Fischstempeln erzählen, die mir nicht gefallen, weil sie mich an Zigarren, Zeppeline, Raketen oder Kinderkritzeleien erinnern. Ich wollte das Nachmachen verteidigen, auch wenn es in letzter Zeit geradezu verpönt ist, einen fremden Stil zu kopieren. Ich wollte euch deutlich machen, dass immer in der eigenen Soße zu dümpeln auch irgendwann keine Herausforderung mehr ist, und behaupte kühn, dass in manch nachgemachtem Projekt mehr Grips steckt, als in etwas selbst Erdachtem, das sich an momentaner Lust und vorhandenem Können orientiert.

Michaelas Studio in Bergisch Gladbach




Das Kopieren von Meisterwerken mit dem Ziel, die jeweiligen Maltechniken zu erlernen, war schon in der frühen Renaissance gängige Praxis unter den Schülern der großen Maler, allerdings erforderte das Nachempfinden von Farben, Stimmung und Pinselstrich jahrelange Geduld und Geschicklichkeit.

Wenn wir als Kleinkind nicht eifrig nachgemacht hätten, was andere uns vorgelebt haben, was wäre dann aus uns geworden? Erwachsenen ist es kaum bewusst, wie sehr sie von Eltern und Umfeld geprägt sind. 

Entwicklung baut auf bestehenden Grundlagen auf. Wir lernten schreiben, ohne selbst die Schrift erfunden zu haben. Wir bedienen Geräte, ohne sie selbst gebaut zu haben. Und wir wenden Techniken an, die aus fremden Köpfen stammen. 


„Man muss das Rad nicht neu erfinden“ sagte mein Chef in der Werbeabteilung und gab mir damit die Erlaubnis, nachzumachen was gerade im Trend lag. Auf Teufel komm raus innovativ sein zu wollen kann gründlich daneben gehen und für Experimente und Niederlagen ist in meinem Leben kaum Platz.

Japanische Buchbindung ist keine Erfindung von mir, die Fischstempel sind es auch nicht und blau ist sowieso nicht meine Lieblingsfarbe. Aber diese kleinen Alben in Michaelas Buch gefielen mir sehr und weil sie so brav daherkommen und jeder sie mag, wollte ich mich auch einmal daran versuchen. 




Ich besorgte blaues Umschlagpapier und passendes Buchbinderleinen, berechnete die bestmögliche Albumgröße in Bezug auf Verschnitt der Einlagepapiere und googelte nach Mustern für die Bindung. Ich berechnete die Endgrößen der Fischstempel, um einen harmonischen Rapport auf jeden Deckel meiner drei Journale drucken zu können und fertigte ein paar Probemuster an. Ich testete meine Lochwerkzeuge und entschied mich für die Zange von 1950, denn die Löcher der Crop-a-dile waren mir nicht fein genug. Als ich das Lochen der sechs Deckel mit Hilfe von vorbereiteten Schablonen, reichlich Muskelkraft und kleinen Tricks hinter mir hatte, war der Rest schnell erledigt und ich sehr zufrieden mit meinen nachgemachten Alben.






Warum es dann so lange gedauert hat, bis ich hier wieder etwas zeige? Nun, zeitweise wurde ich abgehalten von Dingen, die kein Mensch braucht, und dann wieder wollte ich Raumklima-Erwärmung mittels Inbetriebnahme meiner elektrischen Schreib- und Veröffentlichungs-Maschine vermeiden. Schon seit Susannes Asien-Monat lagen diese Fischbücher mit der japanischen Bindung bei mir auf Halde. Was für ein Glück, dass es bei der Papierliebe nun ums „Ozeaneum“ geht und ich meine Werke trotzdem noch bei ihr verlinken kann.


Freitag, 24. Mai 2019

Transferfarben – vom Papier auf den Stoff gebügelt

Sabine Jeromin-Gerdts vom Textilstudio Speyer hatte schon wieder ein Lockmittel im Programm, dem ich nicht widerstehen konnte: geheimnisvolle Farben, die es möglich machen, ohne aufwendiges Kochen (wie z.B. beim Eco Printing) Motive auf Stoff zu bringen. 



Das funktioniert mit DEKA-Transferfarben, die nicht sehr verbreitet sind, aber absolut easy in der Anwendung. Man kann sie verdünnen, andicken oder mischen, je nach gewünschter Verarbeitungsweise. Sie sind momentan in 11 kräftigen Farben erhältlich und transparent, so dass sie sich übereinander gebügelt zu neuen Mischtönen summieren.

Die Farben werden zuerst auf einfaches Druckerpapier aufgetragen und dann auf Synthetikstoff mit einem Schutz aus Backpapier umgebügelt. Es eignen sich auch Organza, Satin, Brautstoffe und halbtransparente Stoffe wie Chiffon. Nach dem Bügeltransfer sind die Stoffe fixiert und können normal gewaschen werden.


Natürlich hat sich das Team in Mannheim wieder etliche Techniken dazu einfallen lassen. Besonders schön ist das Schichten mehrerer Farben bei gleichzeitigem Verschieben von Masken (Reservierungstechnik), sodass sich immer wieder neue Abstufungen ergeben. Zwischen Farbpapier und Stoff liegen dabei selbstgeschnittene Papierschablonen oder Blätter, Blüten und Pflanzen. Alles ist möglich, was flach und hitzebeständig ist. 


Auch mit der Kopiertechnik haben wir experimentiert, d.h. mit Laserkopien die Motive positiv oder negativ dargestellt, spiegelverkehrt oder seitenrichtig.




Das Ganze hat bei mir mal wieder bombig eingeschlagen. Ich konnte kaum aufhören zu bügel-malen, sodass ich nun am Ende 4 wunderschöne Kladden und etliche Grußkarten daraus anfertigen konnte, von denen ich mich kaum trennen möchte … und für Weihnachtsgeschenke ist es eh zu früh, oder  ??

















Hier sieht man das siebartige Gewebe des feinen Stöffchens in der Vergrößerung.




Freitag, 17. Mai 2019

Paper Pictures – Bilder aus bemaltem Papier

Ich fühle mich, was die gestalterische Darstellung realistischer Motive angeht, wie ein Legastheniker. Einzeller, Würmer, Schmetterlinge und Fische mögen mit dem Original ja noch eine gewisse Ähnlichkeit haben, aber schon bei Vögeln fängt die Sache an, richtig kniffelig zu werden. Die Geduld, das Malen endlich einmal richtig zu erlernen, habe ich bisher nicht aufgebracht und so schob ich seit Monaten ein Projekt vor mir her, ohne mich entscheiden zu können, wie ich es angehe. Ein Freund bat mich, sein Kinderbuch zu illustrieren und ich konnte mal wieder nicht NEIN sagen!

Nun erschien Clover Robins Buch „Paper Pictures“ im Haupt Verlag und es machte „PING!“ in meinem Kopf.









Clover Robin zeigt uns eine Technik, die denkbar einfach ist. Neben Papier, Pinsel, Farben, Stifte, Schere und Klebstoff braucht man kaum etwas um loszulegen. Die reduzierte, schlichte und gewollt  inakkurate Gestaltung der Beispiele in diesem Buch zusammen mit der Struktur der Malfarben gibt den Bildern einen ganz besonderen Charme. Mich erinnert das Ganze an preisgekrönte Kinderbücher von Eric Carle oder auch an Naive Malerei, jedoch ist Clover Robins Stil viel frischer und moderner. Je öfter ich in dem Buch blättere, desto mehr liebe ich es. 



Das Buch beginnt mit den Grundlagen zu Material und Arbeitsweise, fasst sich aber kurz, so dass für den Hauptteil mit Themen und Motiven richtig viel Platz bleibt. Blumen und Pflanzen, Insekten und Vögel, Häuser, Parks, Haushalt und Menschen, Buchstaben fürs Lettering und Muster für den Rapport werden ausgiebig gezeigt und erklärt. Gegen Ende des Buches finden sich große Landschaftscollagen und üppige Bildkompositionen zusammengesetzt aus vielen Einzelelementen. 

Clover Robins Vorschlag, nach eigenen Fotovorlagen zu arbeiten, gefällt mir sehr. Ein Bild mit Bezug zum persönlichen Umfeld oder Urlaub künstlerisch in eine Collage umzusetzen macht aus der Arbeit mehr als nur ein Bastelobjekt. Das nötige Wissen dazu (und noch mehr gute Ideen für sinnvolle Anwendungen) steckt in diesem Buch. 




Ich suchte mir die für meine Illustrationen nötigen Acrylfarben zusammen und strich die Papiere damit ein. Nach dem Trocknen schnitt ich einzelne Formen aus und klebte die Motive zusammen. Im Buch wird bildlich dargestellt und erklärt, aus welchen Einzelteilen man sinnvollerweise z.B. Vögel schneidet, um durch mehrere Papierlagen eine schöne Modulation ins Gefieder zu bringen. Hoher Lernfaktor! Sehr effektiv. (Zufriedenes Lächeln.) Danke Clover Robin! Ohne das Buch wären meine Vögel nicht so schön geworden.


Mag sein, dass meine Illustrationen noch überarbeitet werden, aber so lange wollte ich euch auf diesen Bericht nicht warten lassen.





Das Buch "Paper Pictures - Illustrative Bilder aus bemaltem Papier", ISBN: 978-3-258-60203-5 (1. Auflage 2019), 152 Seiten, Klappenbroschur, Haupt Verlag EUR 24.90 (D) hat mir der Haupt Verlag freundlicherweise als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Ich werde es sicher immer wieder zur Hand nehmen und auf diese Art der Gestaltung mit Papier zurückkommen. 

Vielen Dank an den Haupt Verlag und an Clover Robin, dafür dass sie mir auf die Sprünge geholfen haben.

Mittwoch, 8. Mai 2019

Taschen-Buch mit Washi-Muster

Bei Michaelas Muster Mittwoch geht es in diesem Monat um das Thema Taschen

Meine eigene Handtasche passt farblich zu allem und ist sehr praktisch, deshalb nehme ich fast immer die gleiche mit. Ein Blick in meinen Kleiderschrank verrät jedoch meine Schwäche für schöne Exemplare in jeglicher Form und Größe sowie quer durch alle Stilrichtungen und aus vielen Epochen. 

Da ich gerade beschlossen habe, meine immensen Bestände an Washi Tape abzubauen, bevor der Kleber eintrocknet, habe ich ein 15fünfzehn-Heft aus dem Vorrat genommen und neues Handtaschendesign kreiert. 







Die Taschen-Grundform ist bei allen Modellen gleich. Unterschiedlich sind neben der Musterung die Verschlüsse, Riemen und Griffe, für die ich u.a. auch Gold- und Silberpapiere benutzt habe. Leider sieht man das im Bild nicht gut, deshalb hier noch mal Aufnahmen mit schrägem Lichteinfall.



Von diesen Taschen könnte ich mit Leichtigkeit noch 100 Stück anfertigen ohne in Geld- oder Platznot zu geraten.